Der Wettbewerb

Themenfeld 4: Ausgestaltung von Pachtverträgen

60 Prozent des landwirtschaftlich genutzten Bodens in der Bundesrepublik Deutschland sind verpachtet (Stand 2010). Der Pachtpreis wird zum größten Teil von der Ertragsfähigkeit und Nutzbarkeit des Bodens, aber auch von dessen Lage bestimmt.

In den vergangenen Jahren sind aufgrund gestiegener Nachfrage die Kauf- und Pachtpreise landwirtschaftlicher Flächen in sehr vielen Regionen deutlich gestiegen. Weil das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz aus Gründen des Klimaschutzes die Produktion von Biomasse und Biogas fördert, werden derzeit in Deutschland bereits auf über 2 Millionen Hektar Fläche nachwachsende Rohstoffe angebaut, meist energiehaltige Pflanzen wie Mais oder Raps. Viele Landwirte sorgen sich, in einem „aufgeheizten“ Bodenmarkt nicht mehr mithalten zu können und wichtige Flächen für die Nahrungsmittelproduktion zu verlieren.

Einseitige, oft humuszehrende Fruchtfolgen, Erosion oder zu hoher Viehbesatz führen bereits in vielen Regionen zu Nährstoffverlusten, die in der intensiven Landwirtschaft durch Wirtschafts- und Mineraldünger ausgeglichen werden. Mit der sog. Energiewende kamen die nährstoffreichen Gärreste hinzu. Die von dieser Kombination ausgehende Gefährdung ist in einigen Regionen in Form einer Nitratbelastung bereits im Grundwasser angekommen.

Um diese für den Boden gefährlichen Entwicklungen aufzuhalten, könnten bei der Verpachtung landwirtschaftlicher Flächen Durchführungsbestimmungen auferlegt werden. Manche Verpächter geben beispielsweise Kriterien für die maximale Betriebsgröße und für den Viehbesatz oder auch Nutzungsverpflichtungen vor. Die Ausgestaltung der Verträge reicht dabei vom Verbot der Biogaserzeugung bzw. des Anbaus von Bioenergiepflanzen, bis hin zum Verbot des Einsatzes von Klärschlamm. Über lange Vertragspartnerschaften leiten Verpächter gezielt wünschenswerte Entwicklungen ein (z.B. vielfältige Fruchtfolgen) und unterstützen diese dauerhaft.

Beispiele aus der Praxis, Pachtverträge so auszugestalten, dass der Boden durch den Pächter nachhaltig zu nutzen ist, werden in diesem Themenfeld des Wettbewerbs ausgezeichnet.

 

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