Die besten 20 Projekte im Themenfeld "Landbewirtschaftung"

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35 Jahre ökologische Bewirtschaftung auf dem Biohof Lex

Initiator:Biohof Lex
Ort:85461 Bockhorn
Internet:www.biohof-lex.de

Beschreibung:
Der Biohof Lex ist ein seit 1980 ökologisch bewirtschafteter landwirtschaftlicher Betrieb. Zurzeit bewirtschaftet der Hof ca. 120 ha, die er zum Teil als Bio-Saatgut über den Naturland-Verband vermarktet, zum Teil aber auch selbst verarbeitet und an Privatkunden, Läden und Bio-Großhandel vertreibt. Weiterhin engagiert sich der Biohof Lex in der Bildungsarbeit für Landwirte, Verbraucher, Kinder und Schüler.

Bereits 1976 begann der Gründer Lorenz Lex aus gesundheitlichen Gründen umzudenken. Biolandbau gab es zu dem Zeitpunkt kaum und die ersten Jahre waren extrem schwierig. Aus heutiger Sicht war es ein enormes ökonomisches Risiko, Produkte zu erzeugen, für die es keine Abnehmer gab. Erst mit den Jahren konnte Lorenz Lex eine eigene Vermarktung aufbauen und mit seinem Qualitätsbewusstsein einen Kundenstamm aufbauen. Der kleine Hofladen sowie die Vermarktung des Naturland-Verbandes trugen dazu bei.

Heute hat der Hof eine funktionierende Vermarktung und übernimmt soziale Verantwortung mit der Veranstaltung des Schulklassenprogramms "Erforsche die VIELFALT auf einem Biohof". Darin werden SchülerInnen spielerisch an das Thema "Biologische Vielfalt" in Verbindung mit Ökolandbau und gesunder Ernährung herangeführt.

Anbaugrenzen akzeptieren - Teilflächenspezifische Standortbewertung für eine nachhaltige Pflanzenproduktion

Initiator:FARMsystem Hinck & Kielhorn Parlnerschaftsgesellschaft von Ingenieuren
Ort:49076 Osnabrück
Internet:www.farmsystem.de

Beschreibung:
Ackerflächen sind aus bodenkundlicher Sicht selten homogen. Innerhalb einer Ackerfläche mit unterschiedlichen Bodenqualitäten ändern sich die Wachstumsbedingungen innerhalb eines Feldes und die Erträge schwanken stark. Sandböden haben z.B. eine wesentlich geringere Speicherfähigkeit von Bodenwasser und Nährstoffen im Vergleich zu lehmigen oder schluffigen Böden.

Werden diese Ackerflächen nach dem Durchschnittsertrag einheitlich gedüngt, so wird auf den sandigen Teilflächen eine deutlich zu hohe Düngermenge gestreut. Dadurch können die Nährstoffe nicht effizient vom Pflanzenbestand in Biomasse umgesetzt werden und die zu hohen Düngermengen haben ökologische und ökonomische negative Auswirkungen zur Folge.

Auf den Teilflächen mit einer lehmigen Bodenart sind überdurchschnittliche Ertragspotenziale zu erwarten. Auch hier kann die Düngung an die überdurchschnittlichen Erträge angepasst werden. Damit besteht zum einen die Möglichkeit die Produktqualität zu verbessern und zum anderen auch Mehrerträge zu realisieren.

Die Bodeninformationen sind eine Schlüssel-Information für eine optimale Düngeintensität, aber auch für Aussaatkarten, Kalkung etc. auf Teilflächenbasis.

Angepasste Holzerntetechnologien

Initiator:Staatsbetrieb Sachsenforst
Ort:01796 Pirna
Internet:www.smul.sachsen.de/sbs/

Beschreibung:
Sachsenforst ist nach dem Sächsischen Waldgesetz aufgefordert, den Landeswald vorbildlich zu bewirtschaften. Auf Grund sich ändernder Rahmenbedingungen (u.a. höhere Erntemengen, Klimawandel und daraus folgende veränderte Klimaverhältnisse, Naturschutzrestriktionen, Trinkwasserschutzgebiete) wird die vorbildliche Bewirtschaftung mit den bisher angewandten Technologien zunehmend schwieriger.

Ziel der Projekte ist die Sicherung einer multifunktionalen Waldbewirtschaftung auf befahrungsempfindlichen Standorten. Im Hangübergangsgelände sollen bodenschonende, nachhaltige, leistungsfähige und wirtschaftliche Holzerntetechnologien etabliert werden (Teilprojekt 1: wechselfeuchte Standorte; Teilprojekt 2: Hangübergangsgelände).

Es sind und wurden Holzerntetechnologien, Verfahren und Holzernteprozesse anwendungsreif entwickelt, welche sowohl den Anforderungen der nachhaltigen Bereitstellung von Holz als auch den gestiegenen Anforderungen des Wasser-, Natur- und Bodenschutzes unter den Bedingungen der sich immer mehr verstärkenden Tendenzen des einsetzenden Klimawandels Rechnung tragen.

Biologischer Landbau in Eichstetten

Initiator:BioDorf Eichstetten
Ort:79356 Eichstetten
Internet:www.eichstetten.de

Beschreibung:
Die Idee des biologischen Landbaus wurde aus englischer Kriegsgefangenschaft mit nach Eichstetten gebracht. In der Folge stellten sechs Landwirte aus Eichstetten auf den biologischen Landbau um. Im Laufe der Jahre gab es noch zahlreiche weitere Umstellungen, so dass die Gemeinde auf ihrer Gemarkung heute mit ca. 26 % anerkannt ökologisch bewirtschafteter Fläche – fast 5 mal so viel wie der Bundesdurchschnitt – vorweisen kann.

Das Hauptmotiv der frühen Umsteller war die Sorge um die Bodenfruchtbarkeit. Dementsprechend kann man heute sagen, dass ein erheblicher Teil des Bodens auf Eichstetter Gemarkung schon jahrzehntelang aufbauend bewirtschaftet wird.

Von Eichstetten gingen im Laufe der Jahre wesentliche Impulse für den ökologischen Landbau in Deutschland aus. So wurde die Gründung des Biolandverbands 1972 von Eichstetten stark mitinitiiert.

Eine weitere Zielgruppe der Eichstetter BioBauern sind die Konsumenten. Im Laufe von 60 Jahren gab es unendlich viele Veranstaltungen zur Aufklärung der Konsumentenschaft über die Besonderheiten des Ökologischen Landbaus in Bezug auf den Boden und seiner Fruchtbarkeit.

Bodenfruchtbarkeit und Zwischenfruchtanbau

Initiator:Ring landwirtschaftlicher Betriebsleiter - Beratungsring Ackerbau
Ort:55234 Offenheim
Internet:www.br-ackerbau.de

Beschreibung:
Die Idee, sich verstärkt um Bodenfruchtbarkeit zu kümmern, entsprang aus der Erkenntnis, dass in Jahren mit etwas außergewöhnlicher Witterung die Getreideerträge selbst auf besten Böden sehr stark abfallen. Offensichtlich war es dem Boden nicht möglich, Frühjahrs- oder Frühsommertrockenheit oder längere Feuchteperioden abzupuffern.

Insbesondere war das Wurzelwachstum des Winterweizens recht kümmerlich. Aus den vorgefundenen Wurzeln war kaum eine ausreichende Ernährung in kritischen Trockenphasen zu erwarten. Ebenso ließen die Grabungsergebnisse in mehreren eine gute krümelige Bodenstruktur vermissen.

Aus diesen Erfahrungen heraus widmeten sich die Initiatoren verstärkt dem Thema Bodenfruchtbarkeit und machten sich zum Ziel, die bodenseitigen Wachstumsbedingungen für die Pflanzenwurzeln verbessern und somit die Widerstandskraft gegenüber Witterungsunbilden zu erhöhen.

Durch Kontakte mit anderen Beratern und Landwirten reifte die Erkenntnis, dass sich ein langfristiger Erfolg nur durch den möglichst häufigen Anbau von vielfältigen Zwischenfruchtgemengen einstellen würde. Der Erhalt der Bodenfruchtbarkeit ist unabdingbare Voraussetzung dafür, nachhaltig stabile Erträge zu erwirtschaften. Die Bodenfruchtbarkeit lässt sich vor allem durch Zwischenfruchtanbau mit möglichst vielfältigen Kulturen und einer Lebendverbauung durch die Bodenorganismen erhöhen.

Bodenpraktikerausbildung am Lindenhof Hemmersheim

Initiator:Martin Primbs
Ort:97239 Aub
Internet:www.lindenhof-hemmersheim.de

Beschreibung:
Der Lindenhof Hemmersheim ist ein Tagungs- und Schulbauernhof mit Übernachtungsmöglichkeit und hohem pädagogischen Niveau, auf dem erstmalig im Jahr 2015 ein Demeter-Bodenpraktikerkurs durchgeführt wurde.

In dem 10-tägigen Jahreskurs zum Thema Boden (5 getrennte Module von März bis November) erfahren 18 bis 25 Teilnehmer alles wichtige über den Boden und eine nachhaltige Bodenbewirtschaftung. Es wird Praxiswissen zu den Themen Bodenleben, Bodenaufbau, Bodenfruchtbarkeit, Düngung, Präparateeinsatz, Bodenbearbeitung, Fruchtfolge und Zwischenfruchtaufbau vermittelt und die Teilnehmer erhalten eine Übersicht über die biologisch dynamisch gezüchteten Sorten.

Durch die Arbeit in großen Bodenprofilen und auf den Versuchsfeldern des Demeterhofes Primbs und durch die Nutzung von Spaten und Bodenmessgeräten lernen die Teilnehmer einen neuen Zugang zum Boden.

Die Ausbildung zum "Bodenpraktiker" befähigt die Absolventen, das Wissen auch an Kollegen weiterzugeben und eine neue Begeisterung für den biodynamischen Landbau und die Arbeit mit dem Boden zu wecken. Durch die Erstellung einer Abschlussarbeit vertiefen die Teilnehmer ihr Wissen durch eigene Anwendung. Die Vorstellung der Ergebnisse vor den Kollegen ist eine zusätzliche Motivation für die Kursteilnehmer.

Bodenqualität in einem nachhaltigen Wirtschaftskreislauf: Der Trierer Bodenqualitätstest

Initiator:Initiative Bodenqualität in einem nachhaltigen Wirtschaftskreislauf
Ort:Trier
Internet:www.trierer-bodenqualitaetstest.de

Beschreibung:
Hervorgegangen ist die Initiative Bodenqualität aus dem Cooporate Social Responsibility-Projekt "Verantwortungspartner Region Trier" und fand sich dort unter dem Arbeitstitel "Nachhaltigkeit in der Lieferkette" zusammen.

Der Boden wurde als zentrales Element in der landwirtschaftlichen Lieferkette identifiziert und das Projekt darauf ausgerichtet. Es wurde nach einer Möglichkeit gesucht, Menschen, die mit Boden umgehen, insbesondere Landwirte, für die Themenfelder Bodenfruchtbarkeit und Bodenschutz zu sensibilisieren und die Verantwortung der Bewirtschafter hervorzuheben. Der Boden ist unsere Lebensgrundlage. Dennoch wird seine Qualität zu wenig untersucht und gefördert.

Im Wissen um die Bedeutung der Bodenqualität hat die Initiative sich deren Erhaltung und Verbesserung zur Mission gemacht. Um die Qualität des Bodens besser beurteilen und fördern zu können, wurde der Trierer Bodenqualitätstest entwickelt. Er wurde speziell auf die Belange von Praktikern zugeschnitten mit dem Ziel, dass sie selbst diesen Test einfach und kostengünstig durchführen können und er trotzdem aussagekräftige Ergebnisse zulässt.

Boden zu Boden

Initiator:Landwirtschaftlicher Betrieb Dagmar Scheibert und Landbau Koch GmbH
Ort:23942 Dassow

Beschreibung:
Die Idee „Boden zu Boden“ ergab sich aus der Anfrage, eine landwirtschaftliche Nutzfläche für ausgebaggertes Straßengrabenmaterial zur Verfügung zu stellen. Dafür eignete sich eine direkt an der Ortsstraße gelegene, noch teils versiegelte Fläche von gut einem Hektar, wo sich ein Gras- und Wildkräuterbewuchs entwickelt hatte.

Es entstand die Idee, dass das hierher transportierte Grabenmaterial und Bankettschälgut auch gleich gereinigt und für eine Bodenaufschüttung verwendet werden könnte, um die durchwurzelbare Bodenschicht um 12-15 cm anzuheben. Nach Probenentnahme und Analyseergebnissen wurden ca. 1000 Tonnen Bodenmaterial aufgetragen.

"Boden zu Boden" soll beispielhaft zeigen wie dem Schwund des Bodens als Umweltmedium bereits auf lokaler Ebene entgegen gewirkt werden könnte. Für die Idee ist es auch wichtig, die Öffentlichkeit für einen bewussten Umgang mit und eine Achtsamkeit für Böden zu sensibilisieren. Allein in Deutschland fallen jährlich mehrere Millionen Tonnen Erde aus Bankettschälgut und Grabenmaterial an. Um das Defizit von verlorenem Humus, Wasserhaushalt und anderen ökologischen Funktionen zu verringern, brauchen wir mehr Bodenrecycling und Flächenrückgewinnung.

CO2e-Kompensation der BioMessen durch Humusaufbau auf heimischen Bio-Höfen

Initiator:M. Deppe & W. Müller GbR - BioMessen
Ort:21218 Seevetal
Internet:www.biomessen.info

Beschreibung:
Die BioMessen sind eine Angebots- und Kommunikationsplattform fuür die Akteure der deutschen Bio-Branche. Insgesamt besuchten im Jahr 2014 13.000 Fachbesucher die BioMessen. Als Kommunikationsplattform bringen die BioMessen Erzeuger, Hersteller, Dienstleister und Händler in den direkten Austausch.

Die Idee zu dem Projekt "CO2e-Kompensation durch Humusaufbau auf heimischen Bio-Höfen" entstand 2012 aus dem grundsä̈tzlichen Wunsch der Veranstalter, die BioMessen klimaneutral durchzuführen. Die eingenommen Kompensationsabgaben sollten direkt in nachhaltige Verbesserungsmaßnahmen im ökologischen Landbau investiert werden und somit in der Bio-Branche bleiben. Da der Boden das Kapital der Land- und Ernährungswirtschaft ist, in der die Akteure der BioMessen tätig sind, sollten ökologische wirtschaftende Landwirte vor Ort direkt unterstützt werden.

In Kooperation mit dem Unternehmen Soil & More wurde das Konzept realisiert. In enger Zusammenarbeit mit den beteiligten Höfen werden auf Basis individueller Analysen die passenden Maßnahmen entwickelt und umgesetzt. Die erzielten Resultate werden entsprechend dokumentiert. Rund 4.100 Tonnen klimaschaädlicher Emissionen wurden im Jahr 2014, in dem das Projekt nach anderthalbjähriger Vorbereitungszeit erstmals umgesetzt wurde, insgesamt gebunden.

Dem Menschen und der Natur zu liebe

Initiator:Öko-Weingut - Hermann Schmalzried
Ort:71404 Korb
Internet:www.weingutschmalzried.de

Beschreibung:
Das Öko-Weingut Schmalzried ist das erste seiner Art in Württemberg. Es bewirtschaftet knapp 10 ha auf dem Korber Kopf, Hanweiler Berg und Kleinheppach. Begonnen wurde im Jahr 1976 mit der Umstellung von 4 ha auf ökologischen Weinbau. Gemeinsam mit anderen Winzern aus Deutschland gründete Hermann Schmalzried den EcoVin Verband mit der Prämisse auf ökologischen, nachhaltigen Weinbau.

In der Anfangsphase wurde viel Versuchsarbeit geleistet, um geeignete Pflanzen, Pflege und Stärkungsmittel zu finden, die ohne chemisch-synthetische Wirkungen sind. Schnell war klar, dass nicht nur die Rebe gefördert werden muss, sondern auch der Boden auf dem sie steht, damit sich die Rebe aus eigener Kraft gegen Pilzbefall wehren kann.

Beachtet wird der gesamte Lebensraum der Rebe. Einbezogen werden dabei die Bodenfruchtbarkeit, der Humusgehalt, Erosionsschutz. Artenreichtum und naturgemäße Begrünung sowie Lebensraumbeschaffung, Förderung und Schutz als auch Schaffung von Brutmöglichkeiten und Futterstandorten für Insekten und Kleintiere sind wichtige Ziele der Arbeit auf dem Demeter-zertifizierten Öko-Weingut.

Energie aus Wildpflanzen

Initiator:Netzwerk Lebensraum Feldflur
Ort:20151 Hamburg
Internet:www.Lebensraum-Feldflur.de

Beschreibung:
Das Netzwerk Lebensraum Feldflur widmet sich dem Projekt "Energie aus Wildpflanzen", um zu zeigen, wie Energieerzeugung aus Biomasse enger mit Zielen des Natur-, Arten- und Landschaftsschutzes verknüpft werden kann.

Für die Biogasproduktion werden derzeit in erster Linie intensiv betriebene, einjährige Anbausysteme genutzt. Diese haben mitunter negative Folgen für die Artenvielfalt und für den Schutz von Böden und Gewässern.

Mehrjährige, ertragreiche Wildpflanzenmischungen stellen einen innovativen Ansatz für die Energieerzeugung aus Biomasse dar. Saatgutmischungen aus ertrag- und blütenreichen ein- und mehrjährigen heimischen Wildpflanzenarten und Kulturarten bieten Nahrung und Deckung für Wildtiere. Lange Blühzeiten und große Blühflächen verbessern das Nahrungsangebot für Wildbienen und andere Insekten und werten das Landschaftsbild und somit den Erholungswert der ländlichen Räume auf. Durch eine späte Ernte wird die Gefahr von Mähverlusten bei Wildtieren verringert.

Die Wildpflanzen eignen sich hervorragend als Dauerkultur und erfordern keine jährliche Bodenbearbeitung und Ansaat. Eine Bodenverdichtung wird vermindert. Auf eine mineralische Düngung und chemische Pflanzenschutzmittel kann weitestgehend verzichtet werden. Durch die ganzjährige Bodenbedeckung wird der Bodenerosion in Hanglagen und entlang von Oberflächengewässern entgegengewirkt und die Humusbilanz verbessert.

Forschung & Züchtung Dottenfelderhof

Initiator:Forschung & Züchtung Dottenfelderhof
Ort:61118 Bad Vilbel
Internet:www.forschung-dottenfelderhof.de

Beschreibung:
Der Dottenfelderhof arbeitet seit 1968 als Betriebsgemeinschaft nach den demeter-Richtlinien. Ziel war die Entwicklung eines Musterbetriebs in enger Verbindung von Praxis, Lehre und Forschung einschließlich der Erprobung neuer Formen des Zusammenlebens und -arbeitens. Darüber hinaus galt es, den Boden aus der Kapitalisierung durch den damaligen Verpächter herauszulösen und in gemeinnütziges Eigentum zu überführen.

Leitprinzipien waren und sind die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit durch die vielfältige Gestaltung der Fruchtfolge, schonende Bodenbearbeitung, intensive organische Düngung und den flächengebundenen Viehbesatz. Es stellten sich spezielle Fragen zur Pflanzengesundheit und zum biologischen Pflanzenschutz, zur Unkrautregulierung, Saatgutpflege sowie Pflanzen- und Tierzüchtung.

Aus diesem Grund wurde 1974 der gemeinnützige Verein "Landbauschule Dottenfelderhof" (LBS) gegründet. Im Rahmen der LBS sind die Bereiche der Forschung, der Getreide- und Gemüse-Züchtung sowie der Aus- und Fortbildung angesiedelt. Hier werden Kurse zur Weiterbildung im Biodynamischen Landbau sowie zahlreiche andere Kurse zum Öko-Landbau, Verarbeitung, Betriebswirtschaft, Pflanzenzüchtung und Sozialkunde angeboten. Darüber hinaus führt die LBS einen Jahreskurs zur Ausbildung biodynamischer Landwirte mit staatlicher Anerkennung durch.

Humussphäre - Projekt zu Humus aufbauenden und Energie sparenden Methoden in der Landwirtschaft

Initiator:Klaus Strüber und Gesellschaft für Landwirtschaft und Pädagogik
Ort:23744 Schönwalde
Internet:www.hof-hollergraben.de

Beschreibung:
Die Idee hinter dem Projekt ist, eine Antwort auf die Themen Bodenfruchtbarkeit/Humus und Energieersparnis zu finden. Vor allem die Zugpferdebewirtschaftung wurde im Projekt erprobt, da dieses Verfahren zu den Themen Boden und Energie großes Potenzial versprach.

Die Struktur des Projektes entstand aus einer Diskussion unter Fachleuten, die am Ende zu 13 Teilprojekten führte. Unter anderem wurden im direkten Vergleich die Auswirkungen von Pferdeeinsatz und Traktoreinsatz auf den Boden erforscht.

Der Versuch zeigt im langjährigen Versuch deutlich, dass unter Pferdebewirtschaftung die wichtigen Bodenfunktionen Luftporenvolumen und Wasserhaltefähigkeit besser erhalten bleiben als unter Traktorbewirtschaftung. In der Rentabilität wird klar, dass Pferdeeinsatz mehr Kosten verursacht als Traktoreinsatz. Diese Situation könnte entschärft werden durch Nutzungskonzepte von Arbeitspferden, die auf einer hohen Einsatzintensität der Pferde basieren.

In einem weiteren Teilprojekt "Pfluglose Bodenbearbeitung" ist nach dem Bau eines zweiten Prototyps sichergestellt, dass die Traktortechnologie "Eco-Dyn" nicht auf das Pferd adaptiert werden kann. Die begleitende Bodenanalytik zeigt hingegen positive Effekte. Deshalb wären weitere Forschungen zum Thema dringend angezeigt.

Kohlenstoffspeicher Waldboden

Initiator:Wolfgang Behrendt
Ort:56323 Rhens-Hünenfeld
Internet:

Beschreibung:
Mit dem Ziel, den Beitrag seiner Böden zum Klimaschutz aufzuzeigen, stellte sich der Landwirt Wolfgang Behrendt die Frage, wie sich die Landnutzungsänderung auf den organischen Kohlenstoffgehalt des Bodens auswirkt, wenn Waldflächen in Weide- oder Ackerland umgewandelt werden?

Auf drei landwirtschaftlich genutzten Grundstücken mit unterschiedlicher Nutzungsgeschichte und einem angrenzenden, in seinem ursprünglichen Zustand belassenen Wald, wurden schichtweise Bodenproben entnommen und untersucht. Bei gleicher Bodenbeschaffenheit konnten Veränderungen im Kohlenstoffgehalt des Bodens aufgezeigt und damit Rückschlüsse auf die Nutzung gezogen werden.

Der Ausgangskohlenstoffgehalt der ehemals forstwirtschaftlichen Nutzung konnte im Grünlandbereich gehalten und durch Beweidung sogar noch gesteigert werden. Auf der Ackerfläche hingegen wurde trotz regelmäßiger Zufuhr von organischer Substanz und nachhaltiger Wirtschaftsweise organischer Kohlenstoff abgebaut und durch Oxidation als klimaschädliches Kohlendioxid freigesetzt.

Die Ergebnisse der Untersuchung wurden beim Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau in Koblenz und bei der Kreisgruppe des BUND (NGO) vorgestellt.

"KugelSüdhangHof" - Nachhaltige, bodenfördernde Kreislaufwirtschaft im Allgäuer Berggebiet

Initiator:KugelSüdhangHof
Ort:87480 Sibratshofen
Internet:www.kugelsüdhanghof.de

Beschreibung:
Naturnahe, nachhaltige, bodenfördernde Kreislaufwirtschaft im Allgäuer Berggebiet bei ungünstiger Ausgangslage: Steilhänge, Niederschlag, Erosion, Klima, Bodenbeschaffenheit. An solch einem Standort kann der Schlüssel zum Erfolg nur ein gesunder, lebendiger Boden sein. Dieser Erkenntnis folgend, haben die Betreiber des KugelSüdhangHofs ein umfassendes Gesamtkonzept entwickelt und erkannt, dass es sinnvoller ist, mit den natürlichen Kreisläufen zu leben und zu arbeiten.

Der Boden wird mit leichten, hangtauglichen (Spezial-)Maschinen bearbeitet und es wurden Maßnahmen zur Förderung der aeroben Mikroflora angewendet. Die Düngerausbringung erfolgt nur in Form von Nährhumus/Dauerhumus und es wurde zur Förderung der Pflanzenvielfalt auf reine Heufütterung mit 1-2-Schnittnutzungen sowie ein behutsames Weidemanagement mit kleinen Herdenverbänden umgestellt.

Geplant ist außerdem eine vorsichtige Umgestaltung der ca. 6 ha großen (Steil-)Hangfläche, die ausschließlich als Weidefläche genutzt wird, jedoch sehr stark erosionsgefährdet ist und zudem stellenweise Erdsenkungen aufweist.

Diese Art der Bewirtschaftung wird mit Hilfe eines stimmigen und authentischen Marketingkonzepts zusammen mit den anderen Teilbereichen des KugelSüdhangHof-Projekts öffentlichkeitswirksam kommuniziert.

Ökologische Landbewirtschaftung wertschätzt den Boden!

Initiator:Jan Hemmeke und Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim
Ort:48529 Nordhorn
Internet:www.naturschutzstiftung.de

Beschreibung:
Ziel des Projekts ist es, durch eine Umstellung von bisher konventionell bewirtschafteten Flächen auf eine ökologische Bewirtschaftung langfristig positive Auswirkungen auf die Bodengesundheit zu erreichen.

Ermöglicht wird die Umstellung von zusätzlich knapp 16 ha Fläche für den Bioland-Betrieb durch die Anerkennung der Flächenumstellung als Kompensationsmaßnahme durch die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises sowie durch die Kooperation von Betrieb und Naturschutzstiftung (Stiftung als Pächterin, vertragliche Absicherung).

Mit der Umstellung auf ökologische Bewirtschaftung stellt Jan Hemmeke auch seine Bewirtschaftungsmethoden um. Dazu gehört der Verzicht auf Pestizide und chemisch-synthetischen Mineraldünger, eine mindestens viergliedrige Fruchtfolge sowie schonende Bodenbearbeitung.

Alle pflanzenbaulichen Maßnahmen sollen dem Aufbau und der Pflege eines vielfältigen und aktiven Bodenlebens dienen.

Ökonauten e.G.: Landwirtschaft gemeinsam gestalten in Berlin Brandenburg

Initiator:Ökonauten e.G.
Ort:16359 Biesenthal
Internet:www.oekonauten-eg.de

Beschreibung:
Die Ökonauten eG ist eine Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft mit dem Ziel, fruchtbaren Boden zu erhalten, Unternehmensgründungen von Landwirten zu unterstützen und ökologische Lebensmittel zu produzieren.

Fruchtbarer Boden ist eine endliche Ressource und sehr begehrt wodurch in den letzten Jahren der Preis für Ackerland massiv angestiegen ist. Damit geht die lokale Grundlage von Landwirten für die Lebensmittelerzeugung verloren.

Die Ökonauten eG setzt bei der Existenzgründung von jungen Menschen in der ökologischen Landwirtschaft an, zu den Leistungen gehören u.a. die Gründerberatung, die Suche geeigneter Betriebe und Flächen, Begleitung bei betriebswirtschaftlichen Fragen, Vermarktung und ggf. Logistik der Produkte.

Die dauerhafte Grundlage dafür ist die genossenschaftliche Sicherung von Land durch die Mitglieder. Es wird zu fairen Konditionen an die Existenzgründer verpachtet. Zwischen den Genossenschaftsmitgliedern und den Landwirten entsteht eine direkte Beziehung, die durch den Verkauf der Erzeugnisse, persönlichen Begegnungen oder Aktionen auf den Betrieben gestärkt wird.

Nachhaltige ländliche Entwicklung in Kamataka, Indien

Initiator:Susila Dharma – Soziale Dienste e.V.
Ort:21109 Hamburg
Internet:www.susiladharma.de

Beschreibung:
Susila Dharma - Soziale Dienste e.V. (SD) ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für eine gerechte und nachhaltige Entwicklung im In- und Ausland einsetzt. Seit 2008 unterstützt der Verein Maßnahmen von ANISHA im Bereich organischer Landwirtschaft im Dürregebiet des Chamarajanagar Distrikts in Karnataka. Langfristig sollen sie die Einkommens- und Ernährungssituation von Kleinbauern und Landlosen verbessern.

Zum Ende des Jahres 2014 wurden bereits 208 ha von Projektteilnehmern organisch bewirtschaftet. Es werden keine chemischen Düngemittel oder Pestizide mehr verwendet und die Bauern und ihre Familien konsumieren nur noch organische Produkte. Die Böden, die vor Projektbeginn sehr ausgelaugt waren, wurden durch die Düngung mit Mulch und Kompost deutlich verbessert. Die nachhaltige Verbesserung der Ernährungssituation wurde erreicht. Die Hausgärten, die von den landlosen Familien eingerichtet wurden, haben inzwischen eine neunmonatige Produktivität erreicht.

Ein Hinweis für die positiven Auswirkungen ist außerdem die Verschiebung hin zu organischer Landwirtschaft auch in den umliegenden Bezirken, die nicht Teil des Projektes waren. Hier dominierte bisher die chemische Landwirtschaft. Viele Landwirte aus diesen Bezirken haben Kontakt zu ANISHA aufgenommen, um einheimisches Saatgut sowie Informationen zu organischen Anbaumethoden zu erhalten. Bauern, die schon mit der organischen Landwirtschaft angefangen haben, versuchen deren Einsatz auszuweiten.

Initiative "Solidarische Landwirtschaft Erfurt"

Initiator:SoLawi Erfurt - Manfred Weber
Ort:99099 Erfurt
Internet:www.solawi-erfurt.de

Beschreibung:
Die Initiative "Solidarische Landwirtschaft Erfurt" ist aus bürgerlichem Engagement entstanden. Ihr Ziel ist es, mehr Menschen in der Region Erfurt den Zugang zu frischen Lebensmitteln aus ökologischem Anbau zu ermöglichen. Zu diesem Zweck soll der Verein "SoLawi-Erfurt e.V." gegründet werden.

Ernährung ist ein Querschnittsthema das jede/n betrifft und hat ein reales Veränderungspotenzial, im Hinblick auf die Größe der je nach Ernährungsstil benötigten landwirtschaftlichen Fläche. Hinter dem Projekt steckt eine völlig andere Idee der Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und VerbraucherInnen: die VerbraucherInnen kaufen nicht mehr einzelne Lebensmittel, sondern finanzieren gemeinsam den landwirtschaftlichen Hof und erhalten im Gegenzug für einen pauschalen monatlichen Beitrag quasi ein "all you can eat" Arrangement für eine große Vielfalt an Produkten.

Die als SoLawi organisierte Erzeuger-Verbrauchergemeinschaft gibt LandwirtInnen und GärtnerInnen die Möglichkeit sich auf ihre Haupttätigkeit zu konzentrieren: Pflege und Erhalt eines ökologisch intakten Bodens. Gleichzeitig trägt sie zur wirtschaftlichen Stärkung kleiner Höfe bei und unterstützt die Umsetzung des politisch gesteckten Ziels, den Anteil des Ökoanbaus auszuweiten.

Vom Acker zum blühenden Randstreifen

Initiator:Umweltschutzamt Bremerhaven
Ort:27580 Bremerhaven
Internet:www.bremerhaven.de

Beschreibung:
Die Idee zur Entwicklung eines vier bis fünf Meter breiten, blühenden Randstreifens geht zurück auf Beschwerden der Anwohner und Klagen über Staubverwehungen ausgehend von den degradierten Böden des angrenzenden Maisackers. Hinzu kamen Beschwerden des Landwirtes über den Eintrag von Gartenpflanzen aufgrund von abgelagerten Gartenabfällen am Ackerrand.

Die Naturschutzbehörde schlug vor, den Randstreifen aus der Nutzung zu nehmen und als Blühstreifen und/oder Gehölzstreifen zu entwickeln. Ackerrandstreifen übernehmen eine wichtige Pufferfunktion gegen Stoffein- und -austräge, als Erosionsschutzstreifen angelegt verhindern Ackerrandstreifen den großflächigen Abtrag der wertvollen Bodendeckschicht.

Zusätzlicher Nutzen war die Entwicklung von Vegetations- und Strukturreichtum und damit zu hohen Arten- und Individuenzahlen der Tierwelt. Vor allem Blütenbesucher (Bienen, Schmetterlinge etc.) und Wirbeltiere wie Feldhase, Rebhuhn und Fasan profitieren von dem erhöhten Nahrungsangebot in den Ackerrandstreifen, Nützlinge tragen zu einer natürlichen Regulation von Schädlingspopulationen, was sich auch auf die angrenzenden Kulturpflanzen auswirkt.